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Phänomen Honigbiene

 

Worin besteht die Hauptleistung der Biene?

80 % aller Blütenpflanzen werden von Insekten bestäubt, von diesen Blütenpflanzen werden erstaunliche
85 % von Honigbienen bestäubt.

Eine Biene kann an einem optimalen Tag bis max. 3000 Blüten besuchen. Ein Bienenvolk kann theoretisch ein Areal von fast 400 Quadratkilometern abdecken. Ohne Honigbienen gäbe es weniger blühende Wiesen und nach einer Untersuchung in Großbritannien haben die Bienen daher auch einen Einfluss auf die Qualität von Rindfleisch. Ohne Bienen gäbe es viel weniger Obst und Gemüse, auch weniger nachwachsende Rohstoffe.

Die Honigbiene ist in Europa der drittplazierte Wertschöpfer und mit Abstand das kleinste Haustier.

 

Wie sieht eine Biene?

Die Biene hat Facettenaugen. Jede der etwa 6.000 Einzelaugen eines Facettenauges erzeugt ein Bild. Eine Biene kann eine Blüte aus 1 m Entfernung fast nicht erkennen. Daher orientiert sie sich an dem Duft und muss dafür grundsätzlich gegen den Wind an eine Futterstelle heranfliegen.

 

Woran orientiert sich die Biene?

Wenn die Sammelbienen von der Futterstelle in den Stock zurückkommen, tanzen sie auf den senkrechten Wabenflächen entweder den Rundtanz (bis 70 m Entfernung) oder den Schwänzeltanz. Die Tanzrichtung ändert sich mit der Sonne. Es gibt keine absoluten Richtungsangaben, sondern immer in Bezug aus einer Marke. Bei der Wiedergabe der Entfernung ging man früher davon aus, dass die Bienen sie über den Energieverbrauch bestimmen. Heute weiß man, dass die Bienen über den optischen Fluss der Bilder einer vorbeiziehenden Landschaft die Entfernung bestimmen. Die Entfernungsangaben der Bienen sind ein optischer Kilometerzähler, der von der Struktur der Landschaft auf der Flugroute der Bienen abhängt.

 

Woher weiß die Biene, welche Blüte sie anfliegen soll?

Die Biene hat eine innere „Blumenuhr“ und weiß, welche Pflanzen zu welcher Zeit „honigen“ (Nektar absondern), denn viele Pflanzen geben nicht den ganzen Tag Nektar ab, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Es wird keine nutzlose Zeit mit Herumsuchen zu unrechter Zeit vertan.

 

Welche Temperatur herrscht im Bienenstock?

Die Biene kann aus Honig Energie gewinnen und damit Heizen. Die Honigbienen heizen sich dafür durch Flugmuskelzittern auf. Dabei wird der Brustabschnitt auf bis zu 453° C aufgeheizt. Die Blutgefäße haben bei der Biene raffinierte Schleifen zum Wärmeaustausch nach dem Gegenstromprinzip, so dass der Hinterleib relativ kühl bleibt. Mit der Heizwärme beheizt die Biene das Brutnest mit den Puppen. In einer Wabe mit verdeckelter Brut gibt es immer wieder leere Zellen als Wärmekammern für die Heizbienen. Diese Heizbienen sitzen bis zu 30 Minuten regungslos da und heizen. Man erkennt sie daran, dass sie etwas tiefer sitzen und die Zelle mit den Fühlern berühren. Auf den Fühlern haben die Bienen über 20.000 Sinneszellen. Mit diesen Fühlern können sie Temperaturdifferenzen von bis zu 0,05 °C messen. Die Heizaktivität ist für die Heizbienen sehr anstrengend. Nach ca. 30 Minuten ist die Heizbiene so erschöpft, dass sie sich nicht mehr bewegen kann. Zur Regeneration der Heizbienen gibt es sog. Tankstellenbiene, die die Heizbienen wieder auffüttern.

 

Wie überwintern die Bienen?

Im Spätsommer werden vermehrt Jungbienen erzeugt, die für die Überwinterung bestimmt sind. Sie verausgaben sich kaum durch Brutpflege und Sammelflüge. Durch Aufnahme von Pollennahrung legen sie sich ein Fett-Eiweiß-Polster an, das die Reserve für den Winter und das Frühjahr bildet. Zugluft erzeugende Ritzen werden mit Kittharz verschlossen. Die Bruttätigkeit geht immer mehr zurück und endet etwa im Oktober. Die Bienen ziehen sich allmählich zwischen Flugloch und den Futtervorräten zur Wintertraube zusammen. Die etwas bi Februar dauernde Ruhe ist jedoch kein Winterschlaf. Vielmehr sind die Bienen langsam, aber ständig in Bewegung. Durch Zehren vom Futtervorrat und Muskelbewegungen erzeugen sie Energie. An der Außenhaut der Wintertraube besteht eine Temperatur von 13 ° C. Kühlen die äußeren Bienen ab, so drängen sie nach innen und andere, erwärmte Bienen gelangen nach außen. Der Kot wird während der Winterruhe in der Kotblase angesammelt. Sobald die Außentemperaturen über 10 ° C ansteigen, kommt es zu Reinigungsflügen.

 

Welche Temperatur herrscht im Brutnest?

Die Temperatur im Brutbereich beträgt bis 36 °C, aber es gibt eine Schwankungsbreite von 32 bis 36 °C.

 

Wie entsteht der Wabenbau?

Die Bienen schaffen ihre Umgebung selbst und stellen ihre Waben aus selbst hergestellten Wachsschuppen her. Beim Ausschwitzen dieser Wachsschuppen bekommt der Baustoff direkt die angeforderten bestimmten Eigenschaften. Die sechseckige Wabe vereint zwei mathematische Eigenschaften in Perfektion. Sie ergibt ein lückenloses Muster und kann gleichzeitig eine Menge Honig speichern.
 

Wussten Sie, dass…

  • zehn Bienen ein Gramm wiegen?
  • eine Biene in der Minute eine Strecke von 500 Metern fliegt?
  • eine Biene noch aus einer Entfernung von fünf Kilometern nach Hause findet?
  • dass eine Biene in ihrem Leben 800 Kilometer fliegend zurücklegt?
  • eine Trachtbiene – rein rechnerisch – für einen Teelöffel Honig die Entfernung München-Moskau zurücklegen und dabei eine Million Zwischenlandungen einlegen müsste?
  • eine Trachtbiene je nach Witterung täglich zwischen zwei und dreißig Sammelflüge macht, durchschnittlich jedoch sechs?
  • die Trachtbiene bei jedem Sammelflug 40 mg Nektar und 20 mg Pollen sammelt und dazu 200 bis 300 Blüten abernten muss?
  • die Biene 3,5 mal um die Erde fliegen müsste, um ein halbes Kilo Honig herstellen zu können
  • ein Kilo Honig die Lebensarbeit von 350 bis 400 Bienen darstellt?
  • die Winterbiene bis zu neun Monate alt wird, die Sommerbiene jedoch sich mit sprichwörtlichem Bienenfleiß in sechs Wochen zu Tode arbeitet?
  • eine Königin vier Jahre alt werden kann?
  • eine Königin im Mai/Juni bis 3.000 Eier pro Tag legen kann?
  • 1.500 bis 1.800 Eier eben so viel wiegen wie eine Königin? ….. 5.000 Eier ein Gramm wiegen?
  • jedes befruchtete Ei/jede noch nicht 3 Tage alte Arbeiterinnenlarve zu einer Königin werden kann?
  • die Königin mit einem „Hofstaat“ von mehreren ständig wechselnden jungen Arbeiterinnen umgeben ist, die sie pflegen?
  • die Königin 4-7 mal je Stunde aus den Futtersaftdrüsen der Arbeiterinnen mit einer gehaltvollen Nahrung versorgt wird?
  • eine Bienenlarve 2.000 Pflegebesuche bekommt?
  • eine Bienenlarve nach sechs Tagen ihr Anfangsgewicht um das 500fache vermehrt? – vergleichsweise müsste ein menschliches Baby in sechs Tagen 32 Zentner wiegen
  • aus befruchteten Eiern weibliche Bienen, aus unbefruchteten Eiern Drohnen entstehen?
  • ein Bienenvolk, um ein Kilogramm Wachs erzeugen zu können, zehn Kilo Honig und ein Kilo Blütenstaub verzehren muss?
  • für ein Gramm Blütenpollen 14.000 Blütenstaubkörner der größten oder 300.000 Körner der kleinsten Art nötig sind?